6 BeiträgeFrage (Anja, 17 Jahre):
Wir haben in der Schule eine Übersicht über alle Ecstasy-Pillen gesehen. Eigentlich bin ich damit doch nun auf der sicheren Seite. Die werde ich natürlich nicht kaufen. Ich nehme dann die, die nicht auf der offiziellen Übersicht verzeichnet waren.
Antwort:
Mach da lieber keinen Fehler, Anja. So eine offizielle Übersicht hat nur Beispielcharakter. Es gibt so viele Ecstasys auf dem Markt, die weder registriert noch auf ihre Wirkung hin untersucht sind. Von allen Pillen gibt es auch Kopien, die eine völlig andere Zusammensetzung haben und unkalkulierbar wirken. Manchmal werden auch Pillen als Ecstasy verkauft und es ist keins. Das bedeutet dann nicht, dass die harmlos sind. Im letzten Jahr sind Ecstasys in Holland aufgetaucht, die pro Pille 8mg Strychnin enthielten. Strychnin ist Rattengift und in der Dosierung selbst für uns Menschen tödlich. Vertrauen kann man in dem Geschäft niemanden: weder den "Herstellern", den Dealern, noch den offiziellen Listen. Dafür ist das ganze "Russisch Roulette". Frage (Max, 19 Jahre):
Ich habe gehört, es gebe Discothekenbesitzer, die bewusst in den Waschräumen das Wasser abdrehen, um die Besucher zu animieren, Getränke zu kaufen, statt aus dem Wasserhahn zu trinken. Wenn man dann ein "Pillchen" eingeworfen hat und richtig Durst hat, kann das doch echt gefährlich werden. Kann man die Discobesitzer nicht verklagen? Ordnungsrechtlich gibt es dagegen überhaupt keine Handhabe. Gaststättenbetreiber müssen lediglich dafür sorgen, dass Toiletten kostenfrei und in ausreichender Menge zur Verfügung stehen. Wenn die Betreiber an den Waschbecken das Wasser abdrehen, kann man sie rechtlich nicht daran hindern.
Antwort:
Selbstverständlich haben Wirte die moralische Verantwortung, dass für ihre Gäste gut gesorgt ist, aber einklagen kann man das nicht. Du hast recht, wenn Leute Ecstasy konsumiert haben und dann "richtig aufdrehen", und über ihre Leistungsgrenzen hinausgehen, besteht die Gefahr, dass sie überhitzen und mit heftigen Kreisproblemen reagieren. Das Trinken von viel Flüssigkeit ist dann sehr wichtig.
Das Verhalten solcher Discobetreiber ist ohne Zweifel verwerflich und in keiner Weise zu billigen, aber das Ecstasy hat jeder selber konsumiert und damit auch über seine Gesundheit entschieden. Frage (Pascal, 14 Jahre):
Im Konfirmandenunterricht nehmen wir gerade Drogen durch. Dabei haben wir uns auch Broschüren über Ecstasy angesehen. Mich wundert, dass die Pillen so harmlos aussehen, auf manchen sind Gesichter oder Buchstaben eingraviert. Sind die wirklich echt?
Antwort:
Lieber Pascal, bis vor einiger Zeit sahen die Ecstasy-Pillen tatsächlich noch so aus. Damit sollte euch suggeriert werden, dass sie nur Spaß bringen und letztendlich harmlos sind. Die Hemmschwelle, sie zu kaufen und zu schlucken, sollte damit möglichst niedrig gehalten werden. Mittlerweile sind nun nicht mehr überall Gravuren in den Pillen, weil ja jeder - auch die Polizei - gleich sehen konnte, dass es sich um Ecstasy handelte. Auf das äußere Erscheinungsbild allein kann man also nicht vertrauen! Was man tatsächlich schluckt ist und bleibt das persönliche Risiko.
Was aber wichtig ist: Tests haben ergeben, dass praktisch in allen Ecstasy-Pillen Verunreinigungen zu finden sind. Auch der Dealer weiß nicht, was in den Pillen enthalten ist, die er verkauft. Gerade aus den osteuropäischen Staaten kommt zunehmend gepanschter Stoff zu uns. Es ist abzusehen, dass die Verunreinigungen mit der Nachfrage nach Ecstasy steigen werden, da der Stoff "gestreckt" wird.
Frage (Markus, 17 Jahre):
Mein Freund hat in der letzten Zeit bestimmt 10 kg abgenommen und ist nur noch Haut und Knochen. Ich weiß, dass er regelmäßig Ecstasy nimmt. Kann das etwas damit zu tun haben?
Antwort:
Hier aus der Ferne kann ich das schlecht beantworten. Aber es ist etwas, das man häufig von Leuten hört, die Ecstasy oder auch andere Drogen häufig konsumieren. Was sicherlich nicht hilft, sind appetitanregende Mittel oder gutes Zureden. Ich nehme an, dass in vielen Bereichen seines Lebens einiges verrutscht ist! Dass einem dabei der Appetit vergeht, ist naheliegend. Aber er müsste sich die Ursachen schon genauer anschauen. Am besten ist es, wenn du deinen Freund mit in eine Beratungsstelle nimmst. 10 Kg sind kein Pappenstil und es sieht schon so aus, dass seine Gesundheit "den Bach runter geht". Wenn er sich weigert, hinzugehen, geh allein für dich und lass dich beraten, wie du ihm helfen kannst.
Frage: (Ludger, 18 Jahre):
Meinetwegen könnt ihr sagen, was ihr wollt! Ich für meinen Teil finde es klasse, ab und zu ein Pillchen einzuwerfen. Und ihr werdet mich bestimmt nicht davon abbringen!
Antwort:
Okay, Ludger: du bist volljährig und willst das Risiko eingehen, dennoch solltest du dir ein paar Gedanken zum sichereren Umgang mit deinen "Pillchen" machen. Wenn du sie schon nehmen willst, dann achte aber bitte auf einige wichtige Dinge: Kauf deine Pillen nicht auf der Straße von dir unbekannten Leuten oder am Veranstaltungsort. Sieh zu, dass du nicht mit anderen Mitteln wie Alkohol oder Cannabis oder anderen Substanzen gleichzeitig etwas nimmst. Die Wirkung würde dadurch noch schwerer abschätzbar oder im Griff zu behalten. Achte darauf, nicht zu häufig und nicht mehrere Pillen auf einmal zu nehmen. Auf jeden Fall ist es angebracht, vorher etwas zu essen und immer wieder (auch ohne Durstgefühl) regelmäßig zu trinken. Nimm dir hinterher Zeit und einen ruhigen Raum, um den Drogenrausch ausklingen zu lassen. Leg auch nichts nach, um das Ausklingen zu beschleunigen. Jeder Mischkonsum strengt deinen Körper noch mehr an.
Sprich mit Leuten, die dabei sind, nüchtern und klar zu bleiben, damit sie im "Fall der Fälle" ärztliche Hilfe holen können. Und nimm nichts ein, wenn du sowieso schon schlecht drauf bist und dich deprimiert fühlst: die Drogen verstärken deine Grundstimmung! Wer vorher schon mit seiner Stimmung im "Keller", der kommt mit "Pillen" noch tiefer rein.
Grundsätzlich gilt selbstverständlich: man kann versuchen, das Risiko beim Drogenkonsum zu minimieren, ausschließen kann man es nicht!! Ein Restrisiko bleibt! Frage (Sandro, 16 Jahre):
Ich habe davon gehört, dass "Hitlers Droge" im Umlauf sein soll. Ich weiß nicht genau, was das ist, aber es soll 20 mal stärker als Ecstasy sein.
Antwort:
Lieber Sandro, während des 2. Weltkrieges hat man deutschen und alliierten Piloten den Wirkstoff "Methamphetamin" verabreicht, um sie bei längeren Einsätzen wach zu halten. Daher kommt der Begriff "Hitlers Droge" oder auch "Nazi Crank".
Konsumiert wird der Stoff in Tablettenform oder er wird geraucht, geschnupft bzw. gespritzt. Die Wirkungsweise ähnelt dem Kokain: es kann eine euphorische und anregende Wirkung haben, man hat das Gefühl, die eigene Leistungsfähigkeit steigert sich. Gleichzeitig fühlt man sich schneller provoziert und die Gewaltbereitschaft erhöht sich. Manche meinen in dem Moment, sie seien unschlagbar. Diese Folgen waren gerade im Krieg erwünscht.
Die Wirkung setzt schlagartig und sehr massiv ein! Sowohl in der Herstellung als auch im Konsum ist die Dosierung problematisch, weil schon sehr geringe Mengen ausreichen, eine äußerst tiefgreifende und lang anhaltende Wirkung zu erzielen. Im Vergleich zu Ecstasy hat "Methamphetamin" erheblich weniger Wirkstoff mit erheblich mehr Wirkung.
Vor allem durch das Rauchen des Stoffes erfolgt eine direkte Wirkung im Gehirn, so hat der Stoff ähnlich wie Crack ein sehr hohes Suchtpotential. Ein einmaliger Konsum kann bereits zur Abhängigkeit führen. Im Gegensatz zu den USA ist in Deutschland der Konsum dieses Stoffes noch eher die Ausnahme. |