Zwei BeiträgeFrage (Julia, 19 Jahre):
Das Konto meines Freundes ist mit 3000 Euro in den Miesen. Kaum hat er 100 Euro zwischen den Fingern, investiert er schon wieder in Klamotten und hat sofort viel bessere Laune. Ist das nicht auch 'ne Sucht?
Antwort:
Das, liebe Julia, kann nur dein Freund selber wissen. Jeder Süchtige kann sich nur selbst so definieren, wenn er merkt, dass er einem Stoff oder einer Verhaltensweise nicht widerstehen kann. Ein typisches Beispiel ist die Chipstüte beim Fernsehen, denn manchen ist es echt unmöglich, abends GZSZ zu schauen ohne dem Griff nach Gummibärchen & Co. zu widerstehen. Frag doch mal deinen Freund, warum es ihm besser geht, wenn er Klamotten gekauft hat. Geht es um sein äußeres Erscheinungsbild, nach dem Motto klamottenmäßig immer auf dem laufenden zu sein, oder weckt das Kaufen als solches bestimmte Glücksgefühle, auf die er nicht mehr verzichten will? Es gibt übrigens auch Leute, die selbst der Überzeugung sind, dass jeder seine eigene Sucht haben sollte, die zu seinem Leben dazugehört. Frage (Karla, 17 Jahre):
Mein Freund traut sich kaum noch in die Schule, weil er Schulden bei Dealern hat. Er hat Angst, dass sie ihm auflauern. Wie kann ich meinem Freund helfen? Er kann doch deswegen nicht die Schule schmeissen.
Antwort:
Genau, Karla! Das wäre nämlich die schlechteste Idee, sich zu verstecken und auszuweichen. Es gibt aber nur einen Weg, der aus dem Problem führt! Dein Freund sollte sich an die Polizei wenden und dort die Sache schildern. Natürlich ist das kein einfacher Weg, schliesslich hat dein Freund ja konsumiert. Und falls er auch noch gedealt haben sollte, hat er sich auch selbst strafbar gemacht. Dennoch: um aus der Sache raus zu kommen, wird er die Tatsachen auf den Tisch legen und selbst in die Offensive gehen müssen. Mach ihm Mut, das zu tun! Die Alternative ist ein Versteckspiel. Das sollte er sich und dir nicht antun! Und so etwas sollte auch sein Stolz nicht zulassen.
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