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Kokain

Drei Beiträge

 

Frage (Erhan, 17 Jahre):

In der Schule sprachen wir über Kokain. Unsere Lehrerin hat gesagt, dass mit einer Psychotherapie jede Sucht in den Griff zu bekommen ist. Stimmt das?

Antwort:

Nein, nicht so ganz! Bei bestimmten Substanzen, wie z.B. dem Kokain gibt es auch im Gehirn selber eine Reihe von Veränderungen an den bestimmten Gehirnzellen. Kokain verändert beispielsweise die sog. Andockstellen für das Dopamin. Dieses beeinflusst unsere Stimmungen und Gefühle. Das bedeutet, wenn kein Kokainnachschub kommt, entsteht ein großer Mangel im Gehirn an Dopamin, weil das Gehirn es nicht mehr auf natürlichem Weg aufnehmen kann. Der Mensch wird aggressiv, unruhig und gierig auf neues Kokain. Das ist ein pharmakologisches Problem in diesem Moment und kein psychotherapeutisches.

Die Sucht beginnt im Gehirn aufgrund der Wirkung des Kokains. Erst wenn 3-4 Monate kein Kokain eingenommen wurde, haben sich die Zellen regeneriert. Aber das Gehirn merkt sich die Veränderungen für immer! Wer einmal von Kokain abhängig war, kann nie mehr kontrolliert konsumieren.

Um die Gründe für den Kokainkonsum aufzudecken, ist eine therapeutische Behandlung ebenfalls wichtig, aber viele vergessen eben, dass die Veränderungen im Gehirn nicht mit einer Therapie zu beseitigen sind. Sie beeinflussen das Denken, Fühlen und Handeln.

Frage (Robert, 18 Jahre):

In den letzten Tagen habe ich im Radio und Fernsehen viel über Kokainsucht gehört. Wie lange dauert es, bis einer davon geheilt ist?

Antwort:

Alle Kokainabhängigen haben die Illusion, dass sie ihren Konsum kontrollieren können. Das ist aber bei weitem nicht der Fall. Wer vom Kokain "herunter" will, erlebt verschiedene Phasen: die ersten 1-3 Tage empfindet die Leute eine große Gier nach dem Stoff und sie sind sehr unruhig. In der eigentlichen Entzugsphase, die 2-10 Wochen dauern kann, fühlen sie sich depressiv und lustlos. Für eine ambulante Therapie braucht man ca. 13 Monate. Es geht dabei zunächst darum, abstinent zu bleiben, dann Rückfälle zu vermeiden und schließlich eine Psychotherapie zu machen. Eine der obersten Regeln heißt: "Nicht denken, nicht fühlen, einfach tun!" Nicht überlegen: will ich oder will ich nicht? Nicht daran denken, dass man sich traurig und schlecht fühlt, dass nichts mehr Freude macht. Keine Diskussionen, weder mit anderen noch mit sich selbst. Zentraler Punkt dabei ist: Den Hunger nach Kokain zu kontrollieren und ihm nicht nachzugeben. In diesen 6 Wochen kann sich das Gehirn regenerieren und man kann eine Therapie machen. Ziel ist dabei selber zu verstehen, wofür man das Kokain brauchte und wie man seine Probleme ohne Stoff lösen kann. Aufpassen muss man weiterhin auf den Alkohol, denn "Koks und Alkohol sind Geschwister." Aus der Erfahrung weiß man, dass fast jeder Rückfall mit Alkohol beginnt.

Frage (Bernhard, 16 Jahre):

Meine Freunde waren letztens in Frankfurt und erzählten, sie hätten Leute "Steine rauchen" sehen?" Was heißt das?

Antwort:

"Steine rauchen" ist eine andere Bezeichnung für Crack. Es ist ein Gemisch aus Kokain, Backpulver und Wasser. Crack sieht aus wie kleine beigefarbene Salzbröckchen. Der Name entstand durch die seltsam knackenden Geräusche, die diese Droge beim Rauchen erzeugt ("to crackle" = knistern).

Durch die Streckung des Kokain mit den o.g. Stoffen reduziert sich nicht die Wirkung des Kokains, sondern ganz im Gegenteil! Schon nach 10 Sekunden erreichen die ersten Kokain-Moleküle das Gehirn. Ein starkes Glücksgefühl, eine mit allen Sinnen geschärfte Wahrnehmung und das Gefühl ungemein aktiv zu wollen kommt auf: all das verfällt jedoch nach etwa 10 Minuten.

Stattdessen fühlt man sich deppressiv, antriebsarm und leer. Selbst kleinste Mengen Crack reichen für einen Rausch. Schon ein einmaliges Rauchen von Crack kann abhängig machen! Auf den ersten Blick scheint Crack eine billige Droge zu sein, doch durch das schnelle Abflauen der Wirkung und das hohe Suchtpotential ist der Bedarf nach Nachschub dann sehr hoch! Einher geht damit die Beschaffungskriminalität, denn die Abhängigen können sich den Geldbedarf für Drogen oftmals nur über Diebstähle oder Einbrüche besorgen.


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